Scroll to top
Back
Plakat Design

Drei Groschen Oper

  • Date: Juli 17, 2018

  • Skills: InDesign, Lightroom & Photoshop

  • Client: Schauspielhaus Köln

Scroll

01. Einführung

Dreigroschenoper

Bertolt Brecht kritisiert mit seiner Dreigroschenoper falsche Bürgermoral und Ausbeutung. Hierzu stellt er zwei soziale Bereiche einander gegenüber. Auf der einen Seite steht das Verbrechertum, dem die Gangster und die Prostituierten angehören. Auf der anderen Seite befinden sich die Polizei, die Rechtsprechung und die Geschäftstätigen, welche die soziale Bürgerschicht repräsentieren. Allerdings löst Brecht die vermeintliche Differenz der unterschiedlichen Schichten auf und übt somit Kritik durch alle Schichten hindurch aus. Die Menschen innerhalb der Schichten bzw. die Gesellschaft handeln nur zu ihrer eigenen Gunst. Es handelt sich um eine kapitalistisches Weltbild, in dem nur das Recht des Stärken herrscht und es keinerlei Loyalität gibt. Die Protagonisten des Stückes stehen stellvertretend für eine Gesellschaftssicht. Sie fungieren als jeweiliges Spiegelbild und wahren den Schein, wie sich der Bürger aus dieser Schicht stammend zu verhalten hat. Mit der Zeit bröckelt die Fassade und die Doppelmoral wird sichtbar. Das heißt beide Gesellschaftsschichten verfolgen mit ihrer Scheinidentität egoistische Interessen.

02. Konzept

Ausbeutung und Doppelmoral

Die methodische Neutralisierung besagt, dass die Modernisierungskräfte des Fortschritts traditionsneutral arbeiten. Das heißt, dass die moderne Technik „gewachsene Traditionswirklichkeiten“ schnell durch künstliche und günstigere Funktionswirklichkeiten ersetzen (Massenprodukt) und die moderne Wirtschaft ihre Produkte immer schneller zu Waren des weltweiten Handelns macht. Wichtige Grundsätze wie eine gerechte Verteilung, menschliche Werte, soziale Unterstützung oder auch Umwelt- und Tierschutz sind dabei nebensächlich.

Wegen dieser Form der Wirtschaft, tadelte uns schon seiner Zeit Bertolt Brecht in seiner Dreigroschenoper. In dieser verknüpft er Markt, Verbrechen und die Verderbtheit des Menschen, für den vor der Moral immer erst das Fressen kommt. Er entlarvt die bürgerliche Doppelmoral und macht den Zuschauer mittels des  Verfremdungs-Effekt darauf aufmerksam. Sie sollen dadurch die Distanz zu den Figuren und der Handlung auf der Bühne entwickeln, das gezeigte als eine Parabel auf allgemeine gesellschaftliche Verhältnisse sehen und zum Nachdenken angeregt werden.
Durch die anwachsenden Kluft zwischen Arm und Reich ergibt sich die Aktualität des Stücks von selbst. Die Dialektik von Kapitalismus und Verbrechen, stabilisiert durch bürgerliche Moral, stimmt Satz für Satz.
In dem er die Gesellschaft verspottete, wollte Brecht uns die Botschaft mit auf den Weg geben, dringend etwas an dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zu ändern.

Bei der Konzeption steht die Doppelmoral der Gesellschaft im Fokus. Durch die Gestaltung soll auf die „Scheingesellschaft“ eingegangen und der Betrachter mittels der Bildwelt auf diese aufmerksam gemacht werden. Hierzu wurden 2 unterschiedliche Medien gestaltet: zum einen eine Plakatreihe und zum anderen ein Programmheft.

Plakatreihe

Durch die Bildwelten der Plakate wird sichtbar, dass die äußere Fassade als Schein fungiert und von der Verderbtheit des Menschen, dem Bösen gelenkt wird – auf allen Plakaten versucht das Böse auszubrechen und nach vorne zu gelangen. Durch die Motivauswahl wird  ein Verfremdungseffekt geschaffen.

Es  wurden sich für die 3 Protagonisten Mackie, Peachum und Brown entschieden, die wiederum stellvertretend für verschiedene Gruppen der Gesellschaft stehen. Die 3 Figuren sind in der heutigen Zeit inszeniert, dadurch wird eine Brücke zwischen der damaligen und heutigen Zeit geschaffen. Die Gesellschaft ist immer noch kapitalistisch.

Broschüre

Die Broschüre ist in einem unkonventionellen Format. Sie ist an ein Leporello angelehnt, ändert aber jedoch im Verglich 3 Mal ihre Laufrichtung. Durch dieses unintuitive Ausklappen, soll der Betrachter auch hierbei aus
der eigentlichen Handlung gezogen werden, das Format dient somit der Verfremdung. Beim kompletten Ausklappen der Broschüre ändert diese ihre Form und es wird  eine 3  sichtbar -> Bezug zum Name der Oper. Dreht man die Broschüre auf ihre Rückseite erscheint der Zusammenhang zwischen ihr und der Plakatreihe, man kann theoretisch die Broschüre aufhängen, wenn man möchte.

03. Ausblick

Weitere Kommunikationsmittel

Im Rahmen der Arbeit sind noch weitere Plakate angedacht, d. h. dieses bisher gestalteten Plakate stellen Elemente einer Reihe dar. Darüber hinaus können noch andere Kommunikationsmittel zu den jeweiligen Medien gestaltet werden, wie z.B. eine Landingpage.